Eros der Möglichkeiten

15.4.2015, epd film,
von Georg Seeßlen

Zum ganzen Text mit Filmclips

http://www.epd-film.de/themen/eros-der-moeglichkeiten

“Robert Bramkamp, Jahrgang 1961, zum Beispiel. Seit ich 1987 bei den »Filmzwergen« in Münster seinen philosophischen Weltraum-Essay »DER HIMMEL DER HELDEN« gesehen habe, folge ich seiner Arbeit, weniger als Kritiker denn als Freund, oder so wie einer, der einem Künstler nahezu überallhin folgt, weil er sowohl von seiner ästhetischen Methode als auch von seiner artistischen Redlichkeit zutiefst überzeugt ist. Kehre zurück bei jedem seiner Filme in den Bramkamp-Kosmos und freue mich wie ein Kind, wenn die Reise wieder einmal ganz woandershin geht. Es geht vielleicht erst einmal darum, die Dinge zusammenzubringen, die sich in ihrer Isolation eingerichtet haben und dabei falsch geworden sind. Die Literatur und der Pop, lange bevor das Mode wurde, in »KATHARINA BEWEGT SICH« (1984), die Weltraumfahrt, die Liebe und die Politik in »HIMMEL DER HELDEN« (1987), Architekturkritik und Poesie in »DER MANN AM FENSTER« (1989), die Landwirtschaft und der Impressionismus in »GELBE SORTE« (1987). Immer geht es da um Gedankenexperimente, die nie ganz aufgehen, um die Erweiterungen des Möglichkeitsraumes, um ein Alexander-Kluge’sches Hinterfragen, das seine Protagonisten zu erstaunlichen Unternehmungen führt. In den meisten von Bramkamps Filmen steht genau dies im Mittelpunkt: eine Unternehmung. Jemand oder eine Körper gewordene Idee von jemandem unternimmt etwas, was man als das Gegenteil von Verweigerung, aber auch das Gegenteil von »Mitmachen« charakterisieren könnte. Jemand setzt dem laufenden Wahnsinn der Welt eine anmaßende, poetische, oft wundervoll komische und durchaus nicht ungefährliche Parallelaktion entgegen.“

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