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Gesamtdarstellung
(WERKSCHAU 2004)
Filmrevue Köln, 12-2004
Werkschau-Robert Bramkamp 9. - 12.12. jeweils 21 Uhr, Kino in der
Brücke.
Deutschland ist die einzige Filmnation, in der es eine sich nun über
zwei, drei Generationen erstreckende Schule des essayistischen Filmemachens
gibt ein Kino, das kreativ denkt und die ungesicherte Freiheit zwischen
den Genres und Dogmen sucht. Robert Bramkamp, dessen Filmschaffen
man im Dezember im Filmclub 813 entdecken kann, ist ein Meister dieses
Kinos. Bramkamp, Jahrgang 1961, in den frühen 80er Jahren Aktivist
in der Videowerkstatt Münster, mittlerweile Regiehandwerksvermittler
an der "Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf", macht etwa
alle fünf Jahre einen abendfüllenden Film und trifft mit Thema und
Look immer genau den Zeitgeist. Man guckt sich sein Langfilm-Debüt
"Gelbe Sorte" (12.12.) an und sieht die letzten Zuckungen des New
Wave. In "Die Eroberung der Mitte" (11.12.) ist man dann in den frühen
90erJahren, in denen sich die gesellschaftlichen Grenzen immer weiter
aufzulösen scheinen, aber eigentlich verhärten. Mit "Prüfstand 7"
(10.11) ist man dann an der Jahrtausendwende angekommen: Dank des
Internet scheint aller Raum wieder frei geworden zu sein, doch diese
Zukunft im virtuellen Raum erweist sich nur als Wiederspiegelung früherer
Phantasmen - Peenemünde und Los Alamos, Fritz Lang und Thomas Pynchon,
Wernher von Braun und Jack Parsons. Die Realität gestaltet sich stets
verworren, das Filmbild ist voller Ambivalenzen und das Kino allein
in der Lage, mit verschwörerischen Verdichtungen von Fiktion und Fakten
Zusammenhänge erkennbar zu machen. (om)
Copyright © Filmrevue Köln, 2004
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